Gedenkgottesdienst zum 70. Jahrestag der Vertreibung

Am Dienstag, dem 22. März, verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag in der Eisenbahnwirtschaft in Siegelsbach, bevor wir am Abend mit einem Gottesdienst den 70. Jahrestag der Vertreibung gedachten.
Pfarrer Padinjarakadan aus Bad Rappenau fand einfühlsame und passende Worte an die überaus zahlreichen Besucher, die der Gedenkmesse beiwohnten. Auch nach dem Kirchgang wurde vor der Kirche wie früher weitergetratscht. Wir danken Frau Maria Geszler für ihre Vorbereitung.

Worte und Gedanken zum 70. Jahrestag der Vertreibung von Franz Huber
Liebe Landsleute, zum 70. Jahrestag der Vertreibung am 19. März aus Budakeszi hat uns Frau Maria Geszler zu einem Gedenkgottesdienst am Dienstag, den 22. März 2016, nach Siegelsbach eingeladen. Viele unserer Landsleute sind gekommen um diesen Tag in einem feierlichen Gottesdienst zu gedenken.

Wir blicken zurück auf 70 Jahre Vertreibung aus unserer alten Heimat Budakeszi, die tiefe Wunden hinterließ, von denen manche nie geheilt wurden. Wir blicken zurück auf unsere älteren Landsleute, die es am schwersten hatten, die oft auf Dauer entwurzelt und heimatlos waren und für die eine Welt zusammenbrach. Wir blicken zurück auf die Generation der Vertriebenen, deren Neubeginn unsagbar viel Kraft und Schweiß kostete. Zuletzt, jedoch nicht unbedeutend, richtet sich unser Blick auf unsere jung vertriebenen Landsleute, die es zwar am leichtesten hatten, deren Weg jedoch für viele gleichfalls steinig war und von denen zahlreiche ihr Glück in den USA, in Kanada oder in Australien suchten.

Wir, die Nachgeborenen der Vertriebenen wurden anfangs oft als Belastung empfunden, geschimpft, gekränkt und gehänselt, so sind wir heute voll integriert, ohne das Muss zur Aufgabe der mitgebrachten kulturellen Identität. Einheimische und Vertriebene lernten sich kennen, legten Vorurteile ab und fanden zueinander. Ehen zwischen ihnen wurden selbstverständlich. Trotz der traurigen Erinnerung an die Tage der Vertreibung, lieben wir Vertriebenen und Nachgeborene die verlorene Heimat und geben dieser Liebe immer wieder deutlich Ausdruck. Möge unsere heimatliche Verbundenheit nie verloren gehen.
Liebe Maria Geszler: Wir bedanken uns bei dir ganz herzlich für das Organisieren dieses Gedenktages in Siegelsbach.

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